Gestern war Ankommen die Devise. Heute ist erkunden angesagt. Mein Tagesplan liest sich wie folgt.

Der Tag beginnt recht früh. Um 7:00 Uhr soll ich schon bei den „Vampiren“ sein, wie die Schwestern von den anderen Mitarbeitern genannt werden. Und die Schwestern wollen natürlich ALLE nur eins von mir. Mein Blut. Wirklich alle. Denn meine Venen sind noch etwas skeptisch ob der Einrichtung hier. Einen Moment lang war es mucksmäuschenstill im Raum und so meine ich gehört zu haben: „Das sieht hier aber anders aus, als da wo man uns das letzte mal den Saft aus dem Arm gezogen hat! Wer sind diese Menschen? Ich habe Angst!“, flüstert die Vein basilica zur Vein mediana cubiti. „Ich auch, aber lass uns erstmal abwarten. Wird schon!“, antwortet die Vein mediana cubiti zuversichtlich. Die Vein Basilica ist davon noch nicht überzeugt und zieht sich schüchtern zurück. Und so kommt es, wie es kommen muss. Die erste Schwester sticht und…? Findet nichts. Ein paar klägliche Tröpfchen meines roten Betriebsmittels landen in der Monovette. Ich bin unzufrieden. Die Schwester auch. Sie bittet eine zweite Schwester zu Hilfe. Diese kommt hinzu, macht einen verzweifelten Gesichtsausdruck, als sie meine Armbeuge abtastet und sagt: „Ich möchte es mir mit Ihnen nicht am ersten Tag schon verscherzen. Ich hole Schwester … (Namen vergessen. Sorry. Chemobrain!) dazu.“. Und wie sollte es sein? Aller guten Dinge sind drei. Schwester Drei sticht, ich habe zwar das Gefühl, dass es daneben ging, und siehe da, das rote Zeug schießt in einem astreinen Strahl ins Röhrchen. Geht doch!

Danach habe ich noch ein wenig Zeit für mich, bevor ich um 8:30 Uhr zum Frühstück dackele. Danach steht ein Einführungsseminar in die Rehabilitation ein. Was bedeutet Rehabilitation, was sind die Zielsetzungen, gibt es Unterschiede usw. Abgehalten wird das Seminar wieder vom Chefarzt, ein sehr sympathischer und frischer Mensch.

Zwischen 10:00 Uhr und 12:00 Uhr habe ich erneut ein wenig Freizeit, die ich dazu nutze, eine kleine Tour mit dem Rad durch Ratzeburg zu drehen, Post wegzubringen und danach wieder den Röpersberg hinaufzustrampeln. Am Ende stehen nach nicht ganz 30 Minuten fast 9 km und über 102 Höhenmeter auf der Uhr.

Danach Mittagessen, die erste Ergotherapieanwendung, in der wir meine Griffkraft messen (ist im Normbereich, so viel kann ich verraten) und erste Balance und Gelenkübungen machen. Anschließend geht es für die Seminare „Essen und Trinken“ und „Vorstellung Ergotherapie“ wieder in den Seminarraum. Anschließend noch einmal ein wenig Freizeit und um 17:45 Uhr steht dann die Abendverpflegung auf dem Plan.

Nachdem die ganzen Punkte abgearbeitet sind, stehen wir die Einrichtungen zu freien Verfügung. Um 20:00 Uhr treibt es mich dann in den Fitnesspavillion, wo ich nach gefühlt zwei Jahren mal wieder Bankdrücken mache. Es sind nicht viele Gewichte auf der Stange, aber es reicht um mich auszupowern. Um 21:20 Uhr bin ich zurück auf meinem Zimmer, dusche noch flink und schaue mir zur Belohnung noch einen Film an: „Le Mans 66“ mit Christian Bale und Matt Damon. Guter Streifen!

Gute Nacht!

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