Heute gab es mal wieder was sehr leckeres und zugleich aber auch sehr gutes für den Körper.

Früher war Frühstück für mich eher zweitrangig. Ich habe zwar phasenweise immer mal wieder versucht mich ausgewogen zu ernähren, oftmals kommt dann aber doch der innere Schweinehund zu groß und man greift halt doch eher zu was Fertigem. Hier eine Milchschnitte, da ein Riegel.

Seit ich aber nun die Diagnose Lymphknotenkrebs aka Morbus Hodgkin aka Hodgkin-Lymphom bekommen habe, habe ich mich auch immer wieder gefragt, woher es wohl kommen mag. Viele Theorien schossen mir durchs Hirn. Glyphosat? Nee, viele Felder gibt es hier nicht. Hohe Verkehrsdichte? Abgase? Andere Umweltgifte? Kann sein. Hamburg ist ja jetzt kein Dorf. Dennoch mit eine der grünsten Städte Deutschlands.

Am Ende weiß man es nie genau. Die beste Stellschraube, die man selbst beeinflussen kann, ist dann einfach die Ernährung und der Lifestyle. Ich bin Bürohengst, sitze oftmals 10 bis 12 Stunden. Das zusammen mit suboptimaler Ernährung erscheint mir am wahrscheinlichsten. Denn sind wir mal ehrlich: was kaufen wir ein? Das meiste ist in Kunststoff oder Aluminiumdosen verpackt. Und wenn ich mich an den Physikunterricht zurückerinnere, meine ich mich zu entsinnen, dass sich Säuren (in Getränken) und Metalle auf Dauer eben nicht so gut vertragen.

Dass es beim Frühstück aber dennoch schnell, gesund und lecker sein kann, zeige ich euch in diesem Beitrag.

Ich habe heute meinen ersten Tag daheim nach meinem zweiten Chemozyklus. Das Frühstück in der Klinik besteht meist aus Brötchen, Butter, Aufschnitt, Marmelade, Joghurt und Tee. Nach 12 bis 14 Tagen Aufenthalt kommt einem das dann auch irgendwann zu den Ohren raus.

Somit verlangt mein Körper dann zuhause nach einer Alternative. Die soll er bekommen:

Für mein sogenanntes „Anti-Krebs-Frühstück“ oder auch „Healthy-Champions-Frühstück“ mische ich Naturjoghurt*, Cashewkerne, getrocknete Cranberries mit Haselnusskernen, Mandeln, Walnusskernen, Sonnenblumen-, Kürbis- und Pinienkernen. Obenauf kommen frische Früchte. Beeren werden super Eigenschaften zur Vorbeugung vieler Krebsarten zugesprochen. Bei mir stehen Heidelbeeren, Himbeeren und Erdbeeren hoch im Kurs. Das i-Tüpfelchen bietet eine Mischung aus Honig, den ich in einer Espressotasse mit etwas heißem Wasser auflöse. Von der Wassermenge gerade so viel, dass sich eine mittlere zähflüssige Lösung bildet. Dieses träufele ich dann über den Frühstücksmix und genieße ihn ausgiebig. Das ganze kann auch mit Haferflocken oder Müslis kombiniert werden.

Die Eigenschaften der Zutaten im Detail:

Joghurt:

Der Joghurt bildet die Grundlage dieses Powerfrühstücks. Durch den relativ hohen Eiweissgehalt ist er gut für den Erhalt der Muskulatur, was besonders in Zeiten der körperlichen Inaktivität (bei mir speziell während der Krankenhausaufenthalte) wichtig ist. Ich merke es bei mir immer am eigenen Leib. Zu Beginn jedes Chemozyklusses müssen die Schwestern die „große“ Blutdruckmanschette nehmen, da ich doch recht kräftige Arme habe. Im Laufe der Therapie schrumpfen diese aber dann doch ziemlich und gegen Ende des Zyklusses reicht dann meist die „normale“ Manschette.

Aber auch über die Lieferung von Protein unterstützt der Joghurt bei folgenden Körperfunktionen:

  • Bildung von Muskeln und Knochen
  • Transport von Fett und Sauerstoff
  • Aufnahme von Eisen (besonders wichtig, da Eisen essentiell für die Blutbildung ist. Während jedes Chemozyklusses sterben extrem viele Blutkörperchen und Blutplättchen, die neu gebildet werden müssen)
  • Abwehr von Krankheitserregern
  • Reparatur defekter Zellen (gerade bei Chemotherapien soll das ziemlich häufig vorkommen. ;))
  • Gesundheit von Nägeln und Haaren
  • Herstellung von Bindegewebe und Knorpeln
Nüsse, Samen und Kerne:

Nach dem Joghurt kommen die Kerne, Nüsse und Samen zum Einsatz. Ich wähle Cashewkerne, Haselnüsse, Walnüsse, Sonnenblumen-, Kürbis- und Pinienkerne. Oftmals gibt es diese Kombination auch schon fertig gemischt in jedem Supermarkt oder beim Discounter. Steht meist nicht weit weg von den Obst- und Gemüseständen.

All diese Samen, Nüsse und Kerne sind hauptsächlich wegen ihrer guten Fette in meinem Healthy-Champions-Frühstück. Das Thema Fettsäuren ist ein sehr kontroverses Thema und man kann darüber ganze eigene Beiträge verfassen. Mache ich später bestimmt auch noch mal. Für den Moment reicht es aber, wenn du weißt, dass die Nüsse sehr viele Omega3- und Omega9-Fettsäuren. Das sind die sogenannten „guten Fettsäuren“. Nicht verwechseln mit Omega6-Fettsäuren in Pflanzenölen. Omega6-Säuren sind eher krebs- und entzündungsfördernd. Omega3-Säuren hemmen Entzündungen und viele Krebsarten. Omega3-Säuren sorgen für die Sicherstellung wichtiger Körperfunktionen, hauptsächlich bei den Gehirnfunktionen.

Omega3- und Omega9-Fettsäuren unterstützen den Körper bei diesen Funktionen:

  • Schutz vor Herz- und Gefäßkrankheiten und Krebs
  • Verbesserung der Übertragung der neuronalen Erreger im Gehirn
  • Gehirn- und Zellentwicklung während einer Schwangerschaft
  • Anregung der Herztätigkeit und somit Verringerung des Risikos für Herzrhythmusstörungen und/oder Embolien
  • Omega3-Säuren sind entzündungshemmend
Die Beeren:

Die Beeren im Healthy-Champions-Frühstück sorgen für die nötige Süße. Ich hatte schon immer einen süßen Zahn. Aber nicht nur geschmacklich haben Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren und Cranbeery einiges zu bieten, in ihnen stecken auch noch jede Menge andere Powerstoffe:

Die Himbeere und Erdbeere verfügen über einen hohen Gehalt von Ellagsäure, einem hochwirksamen krebshemmenden Inhaltsstoff. Die Heidelbeere unterstützt den Kreislauf des Körpers und sorgt durch ihre Inhaltsstoffe Anthocyanide dafür, dass das Wachstum von Tumoren verlangsamt werden kann.

Die Cranberry, die mit der Heidel- und der Blaubeere verwandt ist, auch wenn man es ihr auf den ersten Blick nicht ansieht, hat mannigfaltige positive Eigenschaften:

  • Unterstützung der Nieren- und Harnwegsfunktionen
  • krebshemmende Wirkung durch Ellagsäure, Anthocyanide und Proanthocyanide
  • Unterstützung beim Schutz der Körperzellen.
Honig:

Ganz zuoberst meines Healthy-Champions-Frühstück träufele ich eine Lösung aus Wasser und Honig*. Dazu nehme ich zwei Teelöffel oder einen Esslöffel Honig, fülle ihn in eine Espressotasse und übergieße das ganze mit heißem Wasser. Dann schaffe ich durch Verrühren eine zähflüssige Lösung. Bei der Konsistenz kannst du frei experimentieren, ob du es gern zäher oder flüssiger magst. Den Honig nehme ich aus folgenden Aspekte mit ins Frühstück auf:

  • Durch die in Honig enthaltenen Inhibinen sorgen für eine entzündungshemmende Wirkung.
  • Antioxidantien können das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle reduzieren und sich positiv auf die Sehkraft auswirken.
  • Honig kann zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen
  • Honig stärkt das Immunsystem und hilft bei Husten.

Kombinierst du das Healthy-Champions-Frühstück dann noch mit ballaststoffreichen Haferflocken, hast du nicht nur ein gesundes sondern vor allem auch eine lange sättigende Mahlzeit und kommst problemlos bis zum Mittag – ohne das Risiko zum Schokoriegel greifen zu müssen!

*Bei der Auswahl des geeigneten Honigs empfehle ich Deutschen Imkerhonig oder einen Honig von einem lokalen Imker. Industriehonige sind zwar meistens 1-2 Euro pro Glas günstiger, werden aber oft mit Honigen aus anderen Ländern gestreckt. Nicht selten stecken dann auch Honige aus fragwürdigen Herkunftsländern wie China in den Fertigerzeugnissen.

Sternekoch Nelson Müller hat für das ZDF einmal eine sehr interessante Reportage gemacht. Ich werde den Link hierunter mal posten. Die 8 Minuten sollte man sich einmal nehmen. Ich denke, die 1-2 Euro für einen guten Honig kann man dann ruhigen Gewissens investieren.

Link zum Youtube-Video von Nelson Müller für ZDFzeit: https://www.youtube.com/watch?v=7yqkNyosApY

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