(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 28.01.2020: Wirre Träume von Mark Forster, Til Schweiger und Heidi Klum. Und Stein-Papier-Schere mit der Stationsärztin.

Die meisten meiner Besucher bringen mir was zu essen mit. Das ist toll. Und gut für die Stimmung und den Durchhaltewillen. Mein Körper arbeitet am Limit – nicht verwunderlich, versuchen die Chemomedikamente doch gerade fast alle meine Zellen umzubauen. Dafür braucht man Kraft. Wie auch beim Auto, Motorrad oder Flugzeug kommt da Kraft halt von Kraftstoff. Futter muss also unbedingt her.

Ein weiterer Nebeneffekt der Belastungen oder der Medikamente – ich bin mir nicht sicher, welcher Teil dafür ausschlaggebend ist – sind wirre Träume. Letzte Nacht habe ich folgendes geträumt:

Ein Brief einer Anwaltskanzlei flattert ins Haus. Darin verklagt mich eine deutsche Sportwagenmarke auf Schadensersatz, weil ich gegen eines ihrer Markenrechte verstoßen hätte. Zeitsprung im Traum – wenige Monate später arbeite ich für die Marke. In Hamburg-Wellingsbüttel. Für alle, die in Hamburg nicht so verortet sind: Wellingsbüttel ist ein Stadtteil noblerer Güte. Die Dichte an deutschen Sportwägen ist da in der Tat recht hoch. Im Traum bin ich dort an einem geheimen Tunnel eingesetzt und führe Zugangskontrollen durch. Der geheime Tunnel führt zu einem unterirdischen Autohaus, in dem neben den neuesten Modellen auch nahezu alle alten Modelle des Herstellers zum Kauf und zur Miete durch die betuchte Kundschaft zur Verfügung stehen. Und ich bin der Herr der Zufahrt und sorge dafür, dass Til Schweiger seinen Wagen zum Service bringen kann, Mark Forster sein neues Modell in Empfang nehmen kann und Heidi Klum sich für die neueste Staffel von Germany‘s next topmodel mit Fahrzeugen für die Shootings eindecken kann. Ich sag ja: „Wirre Träume!“

Dann ein kurzer Besuch der Ärztin. Der Behandlungsplan meines Zimmergenossen sieht vor, dass er morgen nach Hause darf. Ich sage zur Ärztin: „Den Plan nehme ich auch!“.

Leider sieht die Ärztin für mich einen anderen Plan vor. „Für Sie sind aber doch 14 Tage eingeplant!“. Ich erwidere: „Meine Infos belaufen sich auf 10 Tage!“. Ärztin: „Wir können ja nach 10 Tagen noch mal auf die Blutwerte sehen und dann schauen wir!“. Ich: „Okay, dann machen wir am Samstag Sching-Schang-Schong (aka Stein-Papier-Schere)!“.

14 Tage? Katastrophe!

Positiver Fact des Tages: Besucherhöhepunkt. Als erstes meine Liebste, inkl. gemeinsamen Dinnerdate (zwar wenig romantisch am Dönerwagen, aber es zählt ja nicht das Ergebnis, sondern das Erlebnis!). Für mich auch eine Quintessenz: in Zukunft mehr Zeit zu zweit – selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind. Um 17:00 Uhr klopft mein Nachbar und FIFA20-Dauergegner Mathias in der Tür. 18:00 Uhr: Mein Buddy Christoph F. macht sich mal eben 250 km auf den Weg aus dem Süden Niedersachsens zu einer Stippvisite im Norden.

Besuch aus dem „Süden“.

So fällt einem das Durchhalten natürlich direkt leichter. Also: weiter geht’s.

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 27.01.2020: Kohldampf… Und überall Assoziationen zu Essen.

Ich habe permanent Kohldampf! Und was passiert? Zur Ablenkung öffnet man Dingsdagram oder Facebook… und? Steakbilder. Pasta Bolognese. Und bei mir? Magen knurrt. Ohne Ende. Aber hey. Wird schon. Bald kommt ja (hoffentlich) das Frühstück. Dann habe ich wieder EIN GANZES BRÖTCHEN, an dem ich mich massiv überfressen kann. Mit Marmelade. 😜 Wenn das hier so weitergeht, erreiche ich mein Ideal Body Weight während meines Aufenthalts noch. 😁 Wir werden sehen. Auf jeden Fall bin ich auch über die regionalen Grenzen als guter Esser bekannt – und das wird sich auch durch diese kleine Bastardkrankheit nicht ändern. Meine Herzensdame schickt mir ihren aktuellen Standort. Sie ist in der Nähe des Burgunderwegs… toll. An was denke ich da wohl in meinem Nahrungsmitteldelirium? Richtig! An saftigen Burgunderbraten.

Was gäbe ich jetzt für ein Brötchen mit leckerem Burgunderbraten… Alles was ich habe. Also 2 Joghurt und meine Packung Ohropax.

Und Kobe Bryant ist bei einem Helikopterabsturz ums Leben gekommen. Ich finde es schlimm und tragisch zugleich, bin zutiefst erschüttert. Mein Bauch hingegen hat Bock auf Kobe-Rind. Meiner Süßen teile ich beides mit. Sie sagt, sie kenne weder Kobe Bryant, noch Burgunderbraten. Irgendwas läuft hier schief. 😂 Bis morgen!

Ruhet in Frieden.

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 26.01.2020: Von einem, der lebt wie ein Hund.

Heute gibt es nicht sonderlich viel zu sagen. Der erste Tag im Zyklus ohne Chemobeutel – nur Chemotabletten. Alles in allem ein wesentlich besseres Gefühl. Keine Übelkeit, dafür guter Appetit.

Die Zeit mit meinen Lieben als Besuch war auch wieder Gold wert.

Aktuell gibt’s einen kleinen Brainreset mit „The Biggest Loser“, danach wird wohl bald Feierabend sein für heute.

Lebe hier gerade so ein bisschen wie ein Hund. Im positiven Sinne. Wach werden, ein bisschen irgendwas machen, dösen, essen, trinken, dösen, repeat. ☺️

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 25.01.2020: 4 Liter Flüssigkeit. Die Venen sind jetzt auf jeden Fall gewienert.

„Lasset die Hungerspiele beginnen!“. Den Film hab ich zwar nie gesehen, hab mich aber so gefühlt. War mehrfach längere Zeit wach heute Nacht und hab dadurch einen Megakohldampf entwickelt. Obelix wäre ein Waisenknabe gegen mich. Hab mich bis zum Frühstück mit dem Rest Apfelsaft und mit einem Joghurt von gestern gerettet.

Das Frühstück an sich ließ auch heute sehr lange auf sich warten. Um 9:40 Uhr stand es dann auf dem Tisch. Und dann? Ernüchterung. 1 (in Worten: ein) Brötchen, eine Scheibe Käse und Marmelade. Juhu. Naja, besser als nix und einen Joghurt gab es ja auch noch. Der ist direkt in die Notbevorratung gegangen.

Nach dem Frühstück kam der erste Tropf, danach der Zweite. Dieser begleitete mich dann auch über das Mittagessen.

Rindergulasch mit Spätzle und Karotten. Ich liebe Gulasch. Anfangs habe ich noch über die Portionsgröße gewitzelt. Von wegen: „Kinderportion“ und so. Nach der Hälfte war ich eigentlich schon satt. Hab dann aber trotzdem brav aufgegessen. Hab ich ja so gelernt. 🤷‍♂️ An die Karotten 🥕 konnte ich dennoch nicht rangehen. Ging einfach nicht. Der Appetit ändert sich also tatsächlich unter der Chemo. Aber wie gesagt, wird schon nicht schaden.

Nun warte ich also noch, bis die zweite Infusion durch ist und dann freu ich mich, wenn nachher meine Süße mit den Kids kommt. Dann wollen wir es mal wagen an die Frische Luft zu gehen.

Ich bilde mir auch langsam ein, dass die ersten Barthaare ausgehen. Oh Gott, hypochondriere ich hier gerade?! Egal. Wenn der Bart und die Frisur weg ist, bin ich ja vielleicht auch schon wieder ein halbes Kilo näher am Idealgewicht. 😂

Die Mädels lenken sich zuhause derweil beim Puzzlen ab. Würde ich auch gern machen. 😁

Um kurz nach drei sind meine Herzensmädels zu Besuch. Wir wagen uns an die frische Luft und machen einen Spaziergang zum Supermarkt. Normalerweise wären Süßigkeiten ein Traum für mich. Momentan ist das aber alles nicht interessant für mich. Stattdessen nehme ich Ananas, Ananassaft und noch ein paar andere Saftvariationen mit. Ananassaft soll gut gegen Übelkeit helfen. Ich komme nicht zum Testen. Um 18:00 wird mir schlecht. Aber Ananassaft kriege ich nicht runter. Also doch wieder MCP. 😒

Mehr wird heute wohl nicht mehr passieren. Höchstens TV und dann gehen die Lichter bald aus. Bis morgen.

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 24.01.2020: Von Ulf Braun, jerks. und Soft Cake.

Mensch, in 11 Monaten ist ja schon wieder Heiligabend. Wie die Zeit vergeht. Hier in der Klinik scheint sie still zu stehen.

Aktuell ist es 3:45 Uhr. Ich bin das erste Mal wach. Alles in allem ging der erste Tag ganz gut. Ich habe hier in der Klinik einen neuen Freund. Er heißt Ulf. Ulf Braun. Ulf sagt, er komme aus einer alten deutschen Ingenieursfamilie. Frage mich, was er dann im Krankenhaus macht. Muss so ein Herzensding sein. Aber egal. Die meiste Zeit begleitet er mich auf Schritt und Tritt.

Bis gestern zum späten Nachmittag ging es mir erstaunlich gut. Ab 21:00 Uhr nahm dann ein leichtes Übelkeitsgefühl zu. Aber dafür habe ich dann auch noch schnell eine MCP-Tablette bekommen und es klappte mit dem Einschlafen recht gut. Insgesamt sind gestern gute 4 Liter Chemoflüssigkeit und alles was damit einhergeht, in mich reingeflossen. Dementsprechend oft war dann auch die Rennerei zum Pipistein mein größtes Hobby.

Á Propos Pip(p)i(e). Den hat mir meine kleine gestern beim Besuch mitgebracht. Er soll dafür sorgen, dass es mir gut geht.

Mein neuer Linksaußen Pippie, mein neues Cap, dass mich im Kampf unterstützen soll und Ablenkung in schmucken pink. Für Empfehlungen von Sendungen auf Netflix, Amazon Prime und Joyn bin ich offen.

Als meine 3 Herzensdamen dann gingen, war es für die kleine besonders schwer, ist sie ja auch die feinfühligste von uns allen. Mit Tränen in den Augen wollte sie gar nicht nach Hause gehen. Aber derzeit gibt’s halt erstmal leider keine Alternative. Ich hoffe, dass ich den zweiten, dritten, vierten, fünften, sechsten Zyklus ambulant bekommen kann.

„Alles wird gut!“ ist momentan die allgemeine Devise. Das Mindset ist wichtig!

Song des Woche ist aktuell Rachel Platten‘s „Fight Song“. Der erlebt bei mir gerade ein Revival aus 2015. Das Pianogeklimper am Anfang ist zwar momentan schwer zu verkraften für mich, aber die Drums regeln dann wieder!

Zeitsprung: 8:30 Uhr. Das „erste Frühstück“ kommt. Ein Blister voller Pillen. Für den Magen, gegen Übelkeit, Calciumtabletten und und und. Die Magenpille nehme ich sofort. Danach kommt dann auch das richtige Frühstück. Eigentlich hatte ich nur Appetit für ein Brot. Das Brötchen habe ich mir dann aber auch noch mehr oder weniger reingezwungen. Man weiß ja nicht was kommt. Wenn ich es mir hier zur Seite lege, habe ich vielleicht später keinen Appetit drauf. 🤷‍♂️ Who knows.

Dann kommt die Infusion. Heute nur drei kleine mit jeweils 30 Minuten Durchlauf. Noch alles recht entspannt.

Die Infusionen laufen durch und mittags bin ich fertig. Jetzt nur noch die Zeit totschlagen. Ich warte auf meine Mädels und habe die Hoffnung, vielleicht noch ein bisschen an die frische Luft zu kommen. Ansonsten bis dahin Bingewatching „Jerks“.

Appetitlosigkeit macht sich langsam bemerkbar. Ich fühle mich, als hätte ich gestern übelst gesoffen. Aber schadet bei mir ja vielleicht auch nicht. Hab ja eh ein bisschen zu viel auf den Rippen. Win/Win würde ich sagen. 😂

Um und bei 19:00 gab es dann noch Besuch von Bonnie und Stephan. Das tat sehr gut. Und es gab Jaffa Cake. Auch immer sehr gut. Da ist dann auch die Eigenurintherapie erträglich. 😁

Danke, Bonnie und Stephan!
Die vermeintliche Eigenurintherapie ist aber doch bloß schnöder Apfelsaft. Aber dennoch ein Hochgenuss, wenn einem Mineralwasser und Tee schon langsam zu den Obren rauskommt.

Somit beende ich den heutigen Tag mit einem größtenteils positiven Fazit.

Ein weiterer Grund zum Kämpfen.

Als ich mir Gedanken machte, wie mein Blog heißen sollte, war ziemlich schnell klar, dass ich meinen Klarnamen nicht verwenden will. Aber allzu weit weg davon wollte ich auch nicht. Anfangs stand die Entscheidung für vonheckboldt.com im Raum. Mein Kumpel empfahl aber van Hecklundt, da Schwedisch/Niederländisch schmissiger klänge. Na gut, dann halt van Hecklundt.

Kurze Zeit später teilte ich den Namen auch mit ein, zwei anderen Freunden. Es folgte das nachstehende Bild.

Der Bandvagn 206S ist ein gepanzertes Kettenfahrzeug und ist optimal wenn es bergauf gehen soll.

Es handelt sich hierbei um den Bandvagn 206S. Was hat der aber nur mit van Hecklundt zu tun? Ganz einfach: gebaut wird der BV 206S von der Firma Hägglunds – und das klingt phonetisch schon sehr wie (van) Hecklundt. Und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit. Für den Hägglund und mich geht es am besten bergauf. Und ich hoffe darauf, so kräftig zu sein wie er und das mein Panzer mich so gut schützt, wie den BV206S. In welcher Form man den „Panzer“ bei mir auch immer definieren mag.

Außerdem verbindet uns das Tarnkleid. Immerhin lief ich doch auch 4 Jahre mit dem gleichen Anstrich rum.

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 23.01.2020 || Teil 2: Es geht in die Klinik. Erster Chemo-Zyklus.

6:30 Uhr – der Wecker klingelt. Hätte er nicht machen müssen, war eh die halbe Nacht wach. Frisch machen, Zähne putzen, mit der „felligen Bestie“ noch ein letztes Mal für die nächsten 10 Tage Gassi gehen. Und dann Abfahrt.

Ein letztes Selfie vorm Spiegel vor der Abfahrt. Vielleicht ein letztes mit Haaren? Wer weiß das schon.

Der Smiley auf dem Arm ist noch von der Port-OP. Damit die Docs wissen, auf welche Seite das gute Teil kommen soll. Ich überlege, ob ich ihn nachstechen lassen soll.

7:30 Uhr, los geht’s. Noch einmal die Kinder fröhlich verabschieden, dann ins Auto. Bin heut‘ nah am Wasser gebaut. Beim Gassigehen mit dem Hund öffnen sich das erste Mal die Schleusen. Im Auto zum zweiten Mal. Das kann ja was werden!

Um 8:30 werde ich im AK Barmbek aufgenommen. Erstmal warten. Im Wartebereich bin ich das erste Mal satt, dabei hab ich noch nichtmal was gefrühstückt. 4 Stühle. Alle belegt von einer erwachsenen Frau, ihrer Schwester, ihrer Mutter und ihrer Oma. Man kann es auch übertreiben.

9:15: der Port wird angestochen. Soll er zumindest. 20er Nadeln sind zu kurz. 25er auch. 32er sind im Behandlungsraum nicht verfügbar. Der dritte Versuch mit der 38er Nadel passt. Mir wird kurz schlecht beim Blick auf das austretende Venenblut. Eher ungewöhnlich für mich. Aber anscheinend arbeitet es in mir. Da kann man schon mal weich werden.

Danach erfolgt die Aufklärung über die Chemomedikamente. Was alles passieren kann, aber nicht muss. Wird schon werden.

12:15 Uhr: das erste Mittagessen. Es gibt Hacksteak mit Kartoffeln und Spinat. Ich mag zwar eigentlich nicht so gern Spinat, aber vielleicht hilft’s. 😁

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen. Heißt bei mir: nach dem Hacksteak kommt die Chemo. Es geht los. Mal sehen was das wird.

Ich denke morgen sage ich mehr dazu!

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 23.01.2020 || Teil 1: Der grübelnde Superman.

2 Uhr irgendwas. Werde wach. Die Nachbarin zofft sich am Telefon lautstark mit ihrem Freund. Kopf rattert – also meiner. Kann nicht mehr einschlafen. Alles dreht sich um morgen. Wie war das damals in der „Kopfklinik“? Grübelstop aktiv setzen! Aber vorher erst noch kurz auf Klo. Dann im Bett noch ein bisschen andere Blogs lesen. Wenigstens habe ich bis jetzt gut geschlafen. Der Port macht keine Probleme, keine nennenswerten Schmerzen oder ähnliches. Vielleicht bin ich aber auch einfach Superman. Ein sehr nachdenklicher Superman.

Vince Ebert wird mein Sidekick und sorgt dafür, dass ich bei seinem Programm auf Spotify dann doch noch etwas Schlaf finde.

Gute Nacht!

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 22.01.2020: Ich bekomme den Port. A new port, quasi. Ein Chrysler Newport wäre mir lieber.

Heute Portlegung.

Hat alles top geklappt. Hab mich in den Tiefschlaf legen lassen.

Nach etwas über 2 Stunden war ich wieder wach und hab sogar ein Kompliment der Chirurgin bekommen – wie man es nimmt:

„Sie haben sehr schöne Venen!“

Aha. War kurz davor zu sagen: „Danke, die pflege ich ja auch täglich mit NIVENA, ELVENA und LAVENA!“ 😂

Nach der OP keine nennenswerten Komplikationen oder postoperative Schmerzen. Fühlt sich nur ein bisschen an wie Muskelkater.

Selbst das Selbstsetzen der Thromboseprophylaxespritzen in den Bauchspeck ging erstaunlich easy und ohne Theater!

Herr van Hecklundt… wer ist das eigentlich?

Sei du selbst. Alle anderen sind bereits vergeben.

— Oscar Wilde

Blogger sein… eine der wenigen Berufsbezeichnungen, die ich nicht virulent angestrebt habe.

Jetzt ist es aber doch soweit. Notgedrungen. Es wird ein persönlicher Blog. Ein Blog, in dem es auch mal emotional wird. Ein Blog, in dem es nicht nur um die schönen Seiten des Lebens geht – aber auch. Ein Blog in dem ich schwierigen Themen ansprechen werde, die ich selbst erlebt, durchlitten und erfahren durfte, musste und habe. Themen wie Depressionen, Krebs und Selbstzweifel. Aber auch lustige Themen, Theme aus meinem vielfältigen Arbeitsleben.

Nun aber zu mir. Mein Name ist Alex – eigentlich Alexander, das bekam ich aber als Kind meist nur zu hören, wenn ich was angestellt habe. Deshalb bevorzuge ich Alex. Mein Nachname ist allerdings nicht van Hecklundt, sondern Heckrodt. Über die Jahre im Berufsleben musste ich feststellen, dass allerhand Kommunikationspartner, speziell im eMail-Kontakt, immer wieder Schwierigkeiten mit der korrekten Orthographie meines Nachnamens hatten. „Heckroth“ ist die häufigste Fehlschreibweise, aber auch „Hecktor“ war schon dabei. Eines Tages brachte es eine Mailschreiberin fertig, mich mit „Sehr geehrter Herr Heckboldt“ anzuschreiben. Einer meiner besten Freunde, Christoph F. (ich muss mit Nachnameninitialen arbeiten, da ich mehr Christoph, Christians und Christophers kenne, als es gut für mich wäre 😂) , merkte auf diese Anekdote an, dass „Heckboldt“ was aristokratisches habe. „Herr von Heckboldt“ – damit war auch mein Dingsdagram-Name geboren.

Als dann nun dieser Blog greifbar wurde, eher spontan, aber das ist bei mir oft der Fall, bat ich Christoph (F.) erneut um Input, ist er doch seines Zeichens Kommunikationsdesigner. Ursprünglich sollte dieser Blog nämlich den Namen „vonheckboldt.de“ tragen.

Sein O-Ton: „Van Hecklundt. Schwedisch/Holländisch klingt immer n bisl besser 😄“

Nun denn: vanhecklundt.com war getauft.

Ich schweife aber mal wieder ab! Aber keine Angst, das ist ein Stilmittel, dass euch noch öfter über den Weg laufen wird – und all diejenigen unter euch, die mich kennen, kennen eben auch das schon. Und schätzen es. Mehr oder weniger.

Ich bin, Stand heute, 23.01.2020, 35 Jahre alt und stolzer Vater zweier Mädels im heutigen Alter von 7 und 9 Jahren. Mit 18 fing ich eine klassische Ausbildung zum Bürokaufmann an. Mit 21 war ich ausgelernter Bürokaufmann. Zeit, mich ins richtige Berufsleben zu stürzen. Doch halt! Auch der Bund meldete Interesse an mir an. So begab es sich also zu jener Zeit Anno 2005, dass ich mich für den freiwilligen Wehrdienst meldete. Anfangs waren nur 23 Monate geplant. Es sollten 4 Jahre werden. Danach bin ich irgendwie in der Buchhaltung gelandet und da auch hängen geblieben. Schon komisch, wie das Leben so spielt. Denn eigentlich hatte ich immer den Wunsch KFZ-Mechatroniker zu werden, oder halt irgendwas anderes „mit Autos zu machen.“

Nach Stationen bei innocents drinks (die mit den kleinen Smoothies und Säften), verschlug es mich zu einem Logistikunternehmen und später in die „Filmindustrie“ – zu tesa. Ja, die mit dem Klebefilm. Aber da nichts für die Ewigkeit ist, sollte das nicht meine letzte Station in meinem Arbeitsleben sein. Derzeit bin ich für eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung tätig.

Da ich aber nie ganz vom Thema „irgendwas mit Autos“ wegkam, gründete ich 2012 nebenbei auch noch eine kleine Firma für den Vertrieb von KFZ-Teilen. Da es aber im Leben auch immer weitergehen muss, erweiterte ich mein Businesscase 2018 noch um die Matchbox-Fotobox. Mit dieser tingele ich über Autotreffen, baue sie dort auf, jeder der Bock hat, kann sein Fahrzeug reinfahren, ich lichte es ab, drucke es aus und fertig ist das Andenken an schöne Events.