Blog-Feed

Schmรถkersonntag, der 08.03.2020: wie erklรคrt man Kindern, dass man an Krebs erkrankt ist?

Im heutigen Schmรถkersonntag mรถchte ich einmal auf das vielleicht schwierigste Teilthema eingehen, mit dem man sich im Rahmen einer Krebserkrankung vielleicht befassen muss. Wie erklรคrt man Kindern, dass Mama, Papa oder vielleicht das Geschwisterchen an Krebs erkrankt ist? Wie ihr ja vielleicht wisst, bin ich selbst Vater zweier kleiner Kinder im Alter von 7 und 9 Jahren.

Da die Krankheit erst langsam schleichend als Prognose auf uns zukam, dann aber alles Knall auf Fall ging, hatten wir nicht groรŸartig Mรถglichkeiten, uns รผber die Aufklรคrung der Kinder Gedanken zu machen. Wir haben es dann so gut es geht mit eigenen Mitteln in etwa so versucht:

„Mรคdels, wir mรผssen euch mal was erzรคhlen. Papa muss in der nรคchsten Zeit รถfters mal ins Krankenhaus. Ich mรถchte euch auch sagen warum. Jeder Kรถrper besteht ja aus ganz vielen Zellen. Alles, was ihr an eurem Kรถrper seht, ist eine Verbindung ganz vieler Zellen. Haare sind Zellen, eure Zunge, Augen, euer Gesicht, Haut, eure Organe, euer Blut. All das besteht aus Zellen. Ab und zu kann es bei Menschen vorkommen, dass sich die Zellen aber nicht so verhalten, wie sie es sollten und einfach immer weiter wachsen, obwohl sie eigentlich schon fertig sind. Das ist bei Papa der Fall. Ein paar meiner Zellen sind zu groรŸ geworden und deshalb muss ich jetzt ein paar mal ins Krankenhaus. Aber ich bin mir sicher, dass die ร„rzte mir da gut helfen kรถnnen, dass meine Zellen bald wieder gesund werden. Allerdings wird es ein paar Verรคnderungen an mir geben. Die ร„rzte werden mir Medikamente geben, die die kranken Zellen vertreiben sollen und neue gesunde Zellen aufbauen. Diese Medikamente kรถnnen aber nicht so gut zwischen gesunden und kranken Zellen unterscheiden, so dass es passieren kann, dass auch viele gesunde Zellen verschwinden. Aber keine Sorge, die wachsen ja auch wieder nach. Ich hab euch ja auch eben schon erzรคhlt, dass auch Haare Zellen sind. Es kann also auch sein, dass die Medikamente meine Haarzellen angreifen, so dass die dann ausfallen. Das sieht am Anfang vielleicht ungewohnt aus, aber auch die Haare kommen dann wieder, wenn alle Zellen wieder gesund sind. Fรผr mich ist es wichtig, dass ihr, wenn ihr Fragen habt, oder ihr euch um etwas sorgt, mit mir oder Mama darรผber sprecht, ok?“

Diesen Ansatz haben die Kinder fรผr mein Empfinden wohl auch recht gut aufgenommen. Wir haben mit Absicht das Wort „Krebs“ nicht in den Mund genommen. Fรผr unsere Mรคdels kann das Wort „Krebs“ gern noch eine Zeit lang mit den kleinen Krabbeltieren verbunden bleibt, die wir immer an der Ostsee sehen.

Nun habe ich mich aber zwischenzeitlich aber auch ausgiebig mit dem Thema Aufklรคrung von Kindern beschรคftigt und bin auf drei Bรผcher gestoรŸen, die ich als sehr gelungen fรผr die Aufklรคrung und Sensibilisierung von Kindern halte. Zwei davon sind direkt fรผr den Kontakt mit Kindern gedacht, eins davon ist ein Sachbuch, dass Eltern als Ratgeber dient und eher ausfรผhrlich und ohne nennenswerte Bebilderung auskommt.

Buch fรผr Kinder #1: โ€žLeo’s Papa hat Krebs.โ€œ

„Leo’s Papa hat Krebs“ ist ein Gemeinschaftswerk von der Gestalttherapeutin und Psychoonkologin Sabine Brรผtting, der psychologischen Psychotherapeutin Dr. phil. Dipl.-Psych. Claudia Heinemann und der freiberuflichen Illustratorin Anke Hennings-Huep.

Das Buch ist aus der Sichtweise des kleinen Leo geschrieben, der eines Tages von seinen Eltern die Nachricht bekommt, dass sein Papa an Krebs erkrankt ist und dass vieles jetzt „ein bisschen anders wird“. Es beschreibt, in kindgerechter und leicht verstรคndlicher Sprache, was Leo’s Papa in der Klinik durchstehen muss, wie es ihm unter dem Einfluss der Chemomedikamente ergeht, aber auch, dass Leo einfach auch weiterhin Leo bleiben darf, mit Freunden spielen darf und nicht immer nur an den blรถden Krebs denken muss. Es erklรคrt aber auch, weshalb Leo’s Papa ganz dรผnn ist und keine Haare mehr hat, als er aus dem Krankenhaus kommt. Und wieso er schnell genervt ist, wenn Lisa und Leo sich streiten.

Das Buch umfasst insgesamt 40 Seiten, die durchweg schรถn illustriert und verstรคndlich geschrieben sind. Der von den Autoren empfohlene Altersbereich fรผr dieses Buch liegt bei 3 bis 7 Jahren. Die ISBN zum Bestellen lautet:

  • ISBN-10: 3867391300
  • ISBN-13: 978-3867391306

Erhรคltlich ist das Buch in jeder Buchhandlung oder als Kindle- und Buchversion beim groรŸen Onlineversender mit A. Da ich Buchhandlungen nicht verlinken kann, bleibt mir hier also nur die Empfehlen via AMZN.

Link zur Kindle- und gebundenen Fassung: Leo’s Papa hat Krebs


Buch fรผr Kinder #2: โ€žWie ist das mit dem Krebs?โ€œ

Das zweite Buch, dass ich euch vorstellen mรถchte, ist schon etwas ausfรผhrlicher. Auf 96 Seiten richtet sich die Autorin Frau Dr. Sarah Herlofsen an Kinder ab 6 Jahren. Das Buch ist somit gut fรผr alle Kinder geeignet, fรผr die „Leo’s Papa hat Krebs“ vielleicht schon zu verspielt ist. In unfangreichen Kapiteln behandelt „Wie ist das mit dem Krebs?“ ausfรผhrlich Themen wie:

  • Zellen
    • Was ist eine Zelle?
    • Woher kommen Zellen?
    • Wie lange lebt eine Zelle?
    • Was machen Zellen?
    • Woher wissen Zellen, was sie machen sollen?
  • Kranke Zellen
    • Was ist eine Krebszelle?
    • Wo im Kรถrper kann man Krebs bekommen?
    • Wie entstehen Krebszellen?
    • Wo kommen diese Fehler her?
    • Wer kann Krebs bekommen?
  • Der Kรถrper verteidigt sich
    • Was sind Abwehrzellen?
    • Was ist der Unterschied zwischen Krebs und anderen Krankheiten?
    • Wie kรถnnen wir Krebs bekรคmpfen?
  • Der Kรถrper braucht Hilfe
    • Was passiert bei einer Operation?
    • Was ist eine Chemotherapie?
    • Was passiert bei der Strahlentherapie?
    • Was ist eine Immuntherapie?
    • Was ist eine Stammzellentherapie?
    • Woher kommen die neuen Stammzellen?
  • Gesund werden
    • Wie lange dauert eine Krebserkrankung?
    • Kann man wieder gesund werden?
  • Kann man an Krebs sterben?
    • Was passiert mit dem Kรถrper, wenn wir sterbern?
  • Nachwort fรผr die Erwachsenen
  • Hilfreiche Adressen
  • รœber die Autorin

Ausfรผhrlich bebildert und mit leicht verstรคndlichen Texten fรคllt es Kindern im Grundschulalter recht leicht, die Texte zu verstehen. Am besten ist es jedoch immernoch, das Buch gemeinsam mit dem Kind zu lesen. So kรถnnen Fragen direkt gestellt und beantwortet werden.

Auch dieses Buch solltet ihr in jeder Buchhandlung bekommen oder eben bequem via AMZN.

ISBN-Daten:

  • ISBN-10: 3522305043
  • ISBN-13: 978-3522305044

Link zur Kindle- und gebundenen Fassung: Wie ist das mit dem Krebs?


Buch fรผr Erwachsene mit Kindern: โ€žWas macht der Krebs mit uns?: Kindern die Krankheit ihrer Eltern erklรคren.โ€œ

Rund 200.000 Kinder und Jugendliche sind jedes Jahr allein in Deutschland mit betroffen, wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt. Fรผr die Eltern kommt zu all dem persรถnlichen Stress im Umgang mit der Erkrankung noch das Problem, die Kinder einzubeziehen, ihnen all das zu erklรคren, was nun kommt und kommen kann.
Das Buch „Was macht der Krebs mit uns?: Kindern die Krankheit ihrer Eltern erklรคren“ orientiert sich am Verlauf der Krankheit, macht Eltern die Wahrnehmung der Kinder deutlich und gibt viele Anregungen, wie und wann was getan werden sollte. Dabei geht es hauptsรคchlich darum, eine familiรคre Kommunikation zu ermรถglichen, um Kindern bei der Bewรคltigung der elterlichen Erkrankung zu helfen โ€“ und zwar bis hin zum Versterben des Elternteils.
Frau Brรผtting hat zudem Kinder und Jugendliche ihrer Gruppenangebote eingeladen, zu bestimmten Aspekten selbst etwas zu schreiben. Diese O-Tรถne geben dem Buch eine besondere Note. Sehr offen werden hier sowohl die Nรถte als auch die Wรผnsche und Sichtweisen der Kinder und Jugendlichen ausgedrรผckt.

Das Buch umfasst 168 Seiten und ist als Kindle- oder broschierte Version erhรคltlich.

ISBN-Daten:

  • ISBN-10: 3867390649
  • ISBN-13: 978-3867390644

Link zur Kindle- und broschierte Fassung von „Was macht der Krebs mit uns?: Kinder die Krankheit ihrer Eltern erklรคren“

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 07.03. und 08.03.2020: Mรผdigkeit, Coronapanikwut und

07.03.2020: Mรผdigkeit, Plauschgelegenheiten, Coronopanikwut

Gestern (07.03.2020) war der letzte der anstrengenden 3 Tage die an jedem Zyklusbeginn stehen. Das merke ich dann auch immer ziemlich. Am dritten Tag komme ich mir meist vor wie ein ferngesteuerter Schlafanzug. Der Kopf warm vom Cortison, der Kรถrper mรผde von den Chemomedikamenten. Gegen 12:00 Uhr gebe ich mich dem ersten Nickerchen hin. Wenig spรคter stehen meine Eltern am Bett. Wir laufen ein Stรผck durch die Klinik, holen uns eine kleine Stรคrkung beim Bรคcker und spielen eine Runde Karten im Innenhof. Aber auch da kรถnnte ich am Tisch wieder einschlafen. Um 16:30 schleppe ich mich auf mein Zimmer und falle einfach nur noch ins Bett. Meine Ohren mit Kopfhรถrerstรถpseln versiegelt, gleite ich knapp eine Stunde durch die Sphรคren des Dรคmmerschlafes. Das war gut fรผr den Kopf. Gut fรผr den Kopf sind auch die vielen Mรถglichkeiten zum Austausch hier. Die Schwestern, Pfleger und ร„rzte auf der Station mรถgen Christian (meinen Zimmergenossen) und mich und kommen, wenn es die Arbeitsauslastung zulรคsst, auch gern mal auf einen kleinen Plausch in unser Zimmer. Das tut gut.

Mehr gibt es derzeit nicht zum 07.03.2020 zu berichten. Aktuell meide ich den Medienkonsum so gut wie mรถglich. Man wird ja eh nur noch von Panik und Corona vollgespammt. Danach steht mir momentan nicht der Sinn. Auch die gehรคuften Meldungen, dass irgendwelche mental verstorbenen Desinfektionsmittel und Masken aus Krankenhรคusern klauen, nerven mich. Normalerweise bin ich eher skeptisch bei solchen Nachrichten, weil ich sie selbst nicht verifizieren kann. Aber diese Klaugeschichten sind wohl echt. Die Chemoschwester auf meiner Station bestรคtigte mir auch, dass seit letzter Woche mehrerer Kartons mit Desinfektionsmitteln abhanden gekommen seien. Ich hoffe es gibt noch Schutzmasken fรผr das Personal wenn die Umkehrisolationszeit bei mir wieder losgeht. Und alles nur wegen Deppen, die meinen sich mit Nudeln, Reis, Klopapier, Desinfektionsmittel und Masken einzudecken. Da frag ich mich doch, was passiert in diesem Land, wenn hier mal 2 Wochen der Strom ausfรคllt oder was wirklich schlimmes eintrifft… Aber ich schweife ab und rege mich auf. Auf beides habe ich momentan keine Lust, deshalb: โ€žCUTโ€œ!.

08.03.2020:

Heute ist ein eher ruhiger Tag. Mein Zimmergenosse Christian wird entlassen. Schade eigentlich. Ich kam gut mit ihm aus und hรคtte es auch noch gut und gerne 14 Tage mit ihm ausgehalten. Als โ€žErsatzโ€œ wird ein รคlterer Herr auf mein Zimmer verlegt. Ich weiรŸ nicht warum, aber mit รคlteren Patienten komme ich nicht so gut zurecht. Oftmals sind sie sehr in sich gekehrt und wenig gesprรคchig. Das kann schnell fรผr (be)drรผckende Stimmung sorgen.

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 06.03.2020: Austausch, Bulette, Coole Musik

Der Tag startet durchwachsen. Oder sollte ich sagen durchwacht? Gefรผhlt war ich die halbe Nacht wach. Effektiv aber „nur“ von 1:30 bis 5:00 Uhr. Dennoch werde ich tagsรผber nicht so richtig mรผde. Nach dem Frรผhstรผck gibt es wieder die Chemomedikamente. Aber seit der positiven Nachricht aus dem CT macht mir das nichts mehr aus. Es ist ja jetzt alles absehbar. Auf dem Plan stehen heute auch nur zwei Flรผssigmedikamente, von denen eines auch nur Wirkstoff hat und das andere nur meine Hardware, also den Port, durchspรผlt. Das Medikament ist Etoposid und lรคuft innerhalb einer halben Stunde durch. Danach kommt die Spรผlung mit Jonosteril. Das dauert knapp รผber eine Stunde.

Das nรคchste Highlight ist dann das Mittagessen, je nachdem, wie man es sieht. Es gibt Bulette mit Kartoffelpรผree. Nachmittag kommen dann meine Eltern wieder zu Besuch. Ich freue mich immer sehr, wenn sie kommen. Immerhin machen sie sich 250 km auf den Weg aus dem Sรผden Niedersachsens, kehren bei meiner Schwester in der Nรคhe von Buxtehude ein und von dort aus geht es mit der S-Bahn nach Hamburg. Vielen Dank an euch alle, dass ihr da fรผr mich so toll zusammenhaltet. Das bedeutet mir viel. Nachdem meine Eltern sich dann gegen spรคten Nachmittag wieder auf die Rรผckreise zu meiner Schwester machen, begebe ich mich wieder in unsere Hodgkin-WG zu Christian. Christian ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Er wird aber wohl am Sonntag entlassen. Ich kann nur hoffen, einen einigermaรŸen ertrรคglichen Zimmergenossen zu kriegen. Aber wir werden sehen. Ach ja, meine Eltern haben mir wieder Leckereien aus dem Eichsfeld mitgebracht. So bunkere ich jetzt lecker Stracke und frisches Bรคckerbrot in meinem Schrank. Sieht schon fast aus wie die Hamsterkรคufe, von denen man jetzt รผberall hรถrt. Also muss ich mich wohl outen. Ja, ich hamstere. Hoffentlich kann ich die Tage noch Mundschutzmasken abstauben, dann ist alles perfekt.

Klassischer Fall von Hamsteritis acutis. Ich hoffe, dafรผr gibt es morgen ein passendes Breitbandantiidiotikum… ๐Ÿ˜‚

Ansonsten befinde ich mich im regen Austausch mit anderen Krebspatienten. Egal ob face 2 face oder digital via facebook oder instagram. Ich bemerke, wie ich scheinbar immer mehr Menschen mit meiner lockeren und positiven Art erreiche. Und auch von Freunden bekomme ich immer wieder Feedback. Ein Freund schrieb mir, dass er sich meinen Rat zu Herzen genommen hat und nun vermehrt von WeiรŸwein auf Rotwein umsteigt, weil Rotwein mehr krebshemmende Wirkstoffe enthรคlt, als weiรŸer. Schon allein dafรผr hat es sich fรผr mich gelohnt. Aber auch der Austausch mit anderen Krebskรคmpfern tut gut. Man kan man selbst sein. Man muss sich nicht verstellen, nicht immer stark sein. Man kann einfach alles so sagen, wie es ist.

Ein weiterer wertvoller Austausch entsteht immer wieder zwischen dem รคrztlichen Personal und den Schwestern und Pflegern. Christian und ich scheinen eine derart entspannte und entspannende Art zu haben, dass alle gern in unsere Hodgkin-WG kommen um zu plaudern.

Ausserdem รผbertrage ich noch meine รคlteren Blogeintrรคge auf die Plattform „Influcancer“, die es sich zum Ziel gemacht hat, Krebsblogger aus dem deutschsprachigen Raum zu vernetzen um die Krebsawareness zu steigern – und ich freue mich ein Teil dieses Projekts sein zu dรผrfen. Als ich fertig bin ist es auch kurz vor Mitternacht. Ein langer Tag geht zuende. Heute habe ich mir mal eine Schlaftablette geben lassen, die ich gleich einnehmen werde. Vielleicht klappt es dann mal wieder mit dem Durchschlafen. Denn seit Tag 1 des ersten Zyklusses bin ich nachts mindestens 2 Stunden wach.

In diesem Sinne: Gute Nacht, Welt! Bis morgen.

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 05.03.2020: Stressiger Tagesbeginn, Chemozyklus III, keine Krebszellen mehr im CT erkennbar

Der Tag beginnt stressig. รœber Nacht kam noch eine Bestellung im Onlineshop rein, die ich zumindest vorbereiten muss. Um 6:30 Uhr geht es daher fรผr mich hoch. Rechnung drucken, Etiketten drucken, Bauteil verpacken, Unterlagen dazu, frankieren, was die meiste Zeit kostet, das die Internetseite der Deutschen Post zur Frankierung von Warensendungen ins europรคische Ausland mehr als unterirdisch ist. Viel zu viele unnรถtige Klicks und unรผbersichtliche Gestaltung. In der Zwischenzeit lรคuft Badewasser in die Wanne. Nachdem ich alles soweit bereitgestellt habe ist auch die Wanne voll und die Uhr zeigt 7:08 Uhr. Ich stelle mir einen Badezeittimer von 22 Minuten und halte den FuรŸ ins Badewasser. Reflexartig ziehe ich ihn zurรผck – viel zu heiรŸ. Ich ziehe den Stรถpsel um etwas von dem heiรŸen Wasser ablaufen zu lassen. Gleichzeitig lรคuft kaltes Wasser nach. Immer wieder prรผfe ich die Temperatur. Es dauert zu lange, so dass ich das Wasser komplett ablasse und beschlieรŸe nur den Waschlappen kreisen zu lassen. Pรผnktlich um 7:55 Uhr steht das Taxi vor der Tรผr. Ich greife meine Tasche, den Naschibeutel fรผr das Klinikpersonal, meinen Technikrucksack und das Paket und stratze runter. Ich bitte den Fahrer, noch bitte bei Famila zu halten, damit ich mein Paket noch loswerde und Bargeld am Automaten ziehen kann. Keine Warteschlange – Yeah – weder vor der Post, noch vor der cash machine.

In der Klinik angekommen, melde ich mich an. โ€žEinweisungsschein und Krankenkassenkarte, bitte!โ€œ. Den Schein habe ich in der Hand. Aber wo ist die KK-Karte? Die hatte ich doch eben auch noch in der Hand. Hab ich wohl in eine meiner Taschen an Jacke oder Hose gesteckt. Jackentasche 1: Nix, auรŸer Kassenbons und Portmonee. Jackentasche 2: Nix, auรŸer Kopfhรถrer. Jackentasche 3: Nix, Hosentasche 1: Nix, auรŸer Handy und Kopfhรถrer. Man braucht ja mittlerweile mehrere Kopfhรถrer, weil das Handy inzwischen eigene Anschlรผsse hat… Hosentasche 2: Nix, auรŸer Perso. Ja, ich habe noch den groรŸen Perso. Der passt nicht in mein scheckkartengroรŸes Portmonee. Und lรคuft am 31.05.2020 ab. Hoffentlich hab ich bis dahin wieder Bart und Haare. ๐Ÿคจ GesรครŸtasche 1: Nix. GesรครŸtasche 2: Ah, da ist sie ja. Murphyโ€˜s Gesetz. Es ist immer am am Letzten abgesuchten Ort. ๐Ÿ˜

Auf Station 3B angekommen, komme ich mir langsam vor wie ein VIP (very important Patient). Alle vom Personal freuen sich, mich zu nehmen und begrรผรŸen mich mit Namen. Ich nehme im Wartebereich Platz. Kurze Zeit spรคter darf ich ins Behandlungszimmer. Ein paar Fragen zu GrรถรŸe und Gewicht ergeben: ich bin weder gewachsen, noch geschrumpft, habe aber dafรผr ein wenig abgenommen. Dann gibtโ€™s eine neue Portnadel und zum Funktionstest eine kleine Blutabnahme und Spรผlung. Danach warte ich noch einmal im Wartebereich. Eine alte Dame kommt rein und fragt, ob noch irgendwo ein Stuhl frei ist. Ist es nicht. Ich stehe auf und sage zu ihr: โ€žJa, hier!โ€œ. Sie bedankt sich und nimmt Platz. Gerade mal 9:nochwas und schon die gute Tat vollbracht. โœ… Die Teamassistentin, die รผbrigens auch Alex heiรŸt (nicht nur das Team kennt meinen Namen, ich kenne mittlerweile auch die meisten Namen), kommt zu mir und fragt, ob sie mir einen Stuhl bringen soll (VIP treatment halt! ๐Ÿ˜‚). Ich danke lehnend ab lehne dankend mit den Worten ab: „Ich werde wohl in den kommenden Tagen genug liegen und sitzen. ๐Ÿ™‚ Aber danke!“. Ich werde wohl noch etwas auf mein Zimmer warten. Es werden erst noch 5 Patienten entlassen, danach mรผssen Betten umgezogen werden, damit wieder reine Mรคnnchen- und Weibchenzimmer entstehen. Ist ein bisschen wie in der Zoohandlung. Aus dem gleichen Grund? Frau Dr. K. lรคuft am Wartezimmer vorbei, entdeckt mich und lรคsst es sich nicht nehmen, mich mit den Worten zu begrรผรŸen: „Ah, Herr Heckrodt ist auch wieder da! Alles gut? Wir sprechen uns spรคter!“. Da ist es wieder, das VIP-Gefรผhl. Ich schwanke zwischen Freude und unangenehm. Wรคhrend ich also auf mein Zimmer warte, unterhalte ich mich mit Christian. Ich schรคtze ihn auf Anfang/Mitte 40. Beilรคufig habe ich mitbekommen, wie Christians Frau im blauen Ratgeber zum Hodgkin-Lymphom blรคttert. Sie sagt zu Christian: „Du bist zu frรผh dran! Das Durchnittsalter bei Erkrankung liegt bei 49 Jahren.“. Ich sitze mittlerweile auf einem freigewordenen Stuhl neben den beiden und sage: „An dem Durchschnittsalter dรผrft ihr euch nicht festhalten! Ich glaube das stimmt nicht. Ich bin auch deutlich jรผnger.“ Dann bekomme ich mein Zimmer zugeteilt. Wie am Flughafen werde ich gefragt, ob am Fenster oder an der Tรผr. Wieder das VIP-Gefรผhl. Ich nehme gern den Fensterplatz. Ich รผbergebe die Naschitรผte dieses Mal an Teamassistentin Alex, die die ersten Tage meines letzten Zyklusses nicht da war und so leider nichts von den SรผรŸigkeiten abbekam. Ich hab ihr dann ein bisschen was von meinem Candyvorrat abgegeben. Mein Appetit auf SรผรŸes hรคlt sich ja derzeit in Grenzen. Sie freut sich. Kann ich das als zweite gute Tat verbuchen? Zu Anfang ist nur ein Bett im Zimmer, aber noch wรคhrend ich meine Sachen auspacke und verstaue wird das zweite Bett reingeschoben. Wenig spรคter kommt auch der dazugehรถrige Patient ins Zimmer. Es ist: Christian. Willkommen in unserer Hodgkin-WG auf Zeit. Da wir uns im Wartezimmer schon ganz gut unterhalten haben, setzen wir das fort. Es lรคuft gut. Wir reden viel und mรผssen teilweise von den Schwestern unterbrochen werden, die einen von uns oder gar uns beide untersuchen mรถchten. Unser „Freund“ Hodgkin ist nicht die einzige Gemeinsamkeit. Christian ist auch Technikfreund, Autoenthusiast und fรคhrt sogar auch einen VW T5. Ebenfalls den 2.5 Liter TDI, auch Silber und ebenfalls mit รผber 320.000 km. Nur als Multivan und mit kurzem Radstand und 2 Jahre jรผnger. Aber was fรผr ein lustiger Zufall.

Danach kommen meine Pillen. Ich nehme sie direkt ein, den bald kommen auch schon die Chemobeutel. Der erste Tag ist immer der heftigste. Los gehtโ€™s mit CYCLOPHOSPHAMID in der hรถchstzugelassenen Dosis von 2.813 mg. Von dem Zeug werde ich immer recht mรผde und die Nasenschleimhaut wird extrem trocken.

Danach kommt ETOPOSID. Das vertrage ich eigentlich recht gut. Den Abschluss bildet DOXORUBICIN. Davon stellte sich in den ersten zwei Zyklen immer das รœbelkeitsgefรผhl ein. In Zyklus I hat das Klinikpersonal das gut mit MCP in den Griff bekommen. In Zyklus zwei bekam ich erst ein anderes Medikament gegen รœbelkeit, was aber nicht so gut wirkte, so dass ich gegen Abend doch wieder auf MCP zurรผckgreifen musste. In diesem Zyklus kam ich am ersten Tag ganz ohne MCP aus. Sehr gut. Ich bekam aber trotzdem prophylaktisch eine Pille gegen รœbelkeit. Habe den Namen aber wieder vergessen. Ich gehe davon aus, dass es sich um das gleiche Medikament handelt, dass in Zyklus II nicht so zur Wirkung kam.

Zwischendurch kommt Fr. Dr. K. mit dem Befund vom PEt/CT und verkรผndet frohe Botschaft: auf den Bildern sind keine Lymphomzellen mehr sichtbar. Wir werden Zyklus III und IV jetzt noch prophylaktisch durchziehen, um auszuschlieรŸen, dass kleine, auf dem CT nicht sichtbare Zellen รผbrig bleiben, die sich dann wieder von neuem teilen kรถnnen und das Spiel von neuem auslรถsen.

Zyklus III/IV: der Tumor geht, der Humor bleibt!

Zum Schluss wird dann noch der Port ca. 1 Std. lang mit Jonosteril gespรผlt. Alles in allem gehen mit Getrรคnken und den Chemobeuteln heute wieder knapp 5,5 Liter Flรผssigkeit in mich rein. Und die mรผssen auch irgendwann wieder raus. Manchmal wรผnsche ich mir den Fernseher eher im Badezimmer als am Bett. Bin ich doch am ersten Tag meist auf Toilette. ๐Ÿ˜

Den restlichen Tag verbringe ich mit Musik und Ausruhen. Um 22:00 Uhr fallen mir die Augen zu.

รœber den ganzen Tag verteilt schickt Alex mir Bilder aus dem Urlaub im Center Parc, den wir ja letztes Jahr schon gebucht und bezahlt hatten, der jetzt aber leider ausfรคllt. Aber das gute: mein kleiner Neffe konnte meinen Platz einnehmen. Er und seine Cousinen sehen sich fรผr mein Empfinden leider zu selten, so dass das eine schรถne Gelegenheit fรผr alle drei Kids ist, ausgiebig Zeit miteinander zu verbringen. Man merkt es auch an den Schlafenszeiten der Kids, dass sie sich richtig schรถn austoben. Lara schlief heute bis 9:45 Uhr, ihr Cousin J. bis 10:00 Uhr. Nur unsere groรŸe Maxima war um 8:00 Uhr schon wach. Dafรผr schlief sie um 10:40 Uhr wieder. ๐Ÿ˜

Ansonsten habe ich noch ein paar Songs in meine Spotify-Playlist bekommen. Bislang sind um und bei 230 Songs zusammen gekommen. Damit kรถnnte ich hier in der Klinik schon eine ganz gute Party feiern. Aber hier tut sich nicht wirklich was. Hier sind zwar รผberall diese Stangen aufgebaut, getanzt hat da aber bislang noch niemand dran. Ich hab dann mal auf den Gang geluschert, da liefen aber schon eine Menge als Schwestern, ร„rztin oder Arzt verkleidete Menschen rum. Vielleicht ist unser Zimmer ja spรคter dran. ๐Ÿ˜‚

Bislang hat da aber noch niemand getanzt.

Ich glaub das war dann tatsรคchlich alles fรผr heute… Morgen gehtโ€™s weiter!

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 02. BIS 04.03.2020: Freiheit, Einsamkeit, Gemรผtlichkeit und PEt/CT.

Liebe Freunde, Familie, Herzmenschen und Lieblingsfremde (weil ich nicht wirklich weiรŸ, wer hier so alles รผber meinen Blog stรถbert). In den vergangenen Tagen war es etwas ruhig hier auf dem Blog. Einerseits lag es daran, dass nicht wirklich viel passiert ist und ich euch nicht langweilen wollte mit so Beitrรคgen wie: „Das bin ich wie ich die Spรผlmaschine ausrรคume!“, „Das bin ich wie ich fernsehe“, „Hier koche ich mir selbst was zu essen“ und so weiter. Dennoch arbeite ich die vergangenen Tage dieser Woche auf und gebe euch hier gesammelt einen รœberblick.

Montag, 02.03.2020: Heimreise nach Hamburg, besuch bei meiner schwester und vergessene geschenke.

Am Montag geht es fรผr mich nach dem Frรผhstรผck wieder in Richtung Hamburg. Meine Ma hat sich dazu bereit erklรคrt mich zu fahren. Da ihr das Verkehrsaufkommen in Hamburg selbst aber zu wuselig ist, beschlieรŸen wir erstmal zu meiner Schwester in die Nรคhe von Buxtehude zu fahren. Dort essen wir leckere Kรผrbiscremesuppe, ich kรผndige groรŸspurig an, dass mein Neffe nach dem Mittag sein blaues Wunder gegen mich in FIFA 20 erleben wird und schnacken รผber dies und das. Aus dem blauen Wunder fรผr meinen Neffen ist aber eher mein eigenes Waterloo geworden. Eine souverรคne 2:0 Fรผhrung in der ersten Halbzeit habe ich dann leichtfertig verspielt, so dass es nach der regulรคren Spielzeit und der Verlรคngerung 2:2 unentschieden stand. ElfmeterschieรŸen…. Und DA habe ich verkackt. Da fรคllt mir spontan der Spruch auf einem Internet-Meme ein: „Kennt ihr das Gefรผhl, wenn ihr genau wisst, jetzt habt ihr verkackt?!“. DAS war so ein Moment bei mir. Am Ende hab ich tatsรคchlich 2:3 nach ElfmeterschieรŸen verloren – um es negativ zu benennen. Der Optimist in mir wรผrde einen Buchtitel von Tom Limes zitieren:
„Voll verkackt ist halb gewonnen“. Und hey, immerhin zweiter Platz. Wenn auch nur von zweien, aber es kommt halt drauf an, wie man es vermarktet. „Voll verkackt ist halb gewonnen“ ist รผbrigens auch ein sehr witziges Buch. Kann ich nur empfehlen. Vielleicht stelle ich das bei Gelegenheit mal in der Schmรถkerecke vor. Aber vorher sind mir ein paar andere Bรผcher zu relevanteren Themen wichtiger.

Nach dem Mittag ging es dann also mit meiner Schwester weiter in Richtung Hamburg. Danke Ma und Pia fรผr die Teiltransfers. ๐Ÿ™‚ Danach passierte nicht mehr wirkklich viel. Tasche abstellen, Post checken und spรคter ins Bett. Moment, bei Post checken kommt mir doch noch ein Highlight in den Sinn. Ein kleines Pรคckchen von Familie Mรผller. Ich war mir zwar nicht 100% sicher, aber ich hatte einen Verdacht, von wem das sein kรถnnte. Schnell hab ich es ausgepackt. Drin waren: Ein handgeschriebener Brief, der mich rรผhrte aber auch zu gleichen Teilen mit Freude und Stolz erfรผllte. Ein ehemaliger Bundeswehrkamerad und eine ehemalige Bundeswehrkameradin, die wรคhrend meiner aktiven Zeit schon anbandelten und heute Eheleute und Eltern sind, haben mir eine Sammlung selbstgemachter Mรผtzen geschickt. Den Brief und Bilder der Mรผtzen zeige ich euch unten. Zusammen mit den Mรผtzen, die meine Mam mir gestrickt hat, hab ich jetzt ein ziemlich gutes Arsenal an Mรผtzen.

Abends rief mich meine Ma dann noch an und sagte, ich hรคtte die gute Eichsfelder Wurst im Kofferraum vergessen. Sie bringt sie mir Freitag mit.

Danach nehme ich noch ein Bad. Komisch so ganz allein. Ohne das ein kleiner 7- oder 9-jรคhriger Quรคlgeist laufend ins Bad kommt und sagt: „Papa, mach hinne, ich will auch rein!“. Nach dem Bad verkrieche ich mich im Kinderbett im Kinderzimmer. Das „groรŸe“ Bett im Schlafzimmer ist mir momentan zu groรŸ fรผr mich alleine. Ich fรผhle mich wie das tapfere Schneiderlein im Bett des Riesen. Das war es dann aber auch wirklich fรผr den Montag.

DIENStag, 03.03.2020: Tote hose und Netflix

Der Dienstag ist an Langeweile (fรผr euch Leser) dann bislang nicht zu รผberbieten. Ausser dass ich viel „mache“ ist nicht viel passiert. Fenster auf- und spรคter wieder zumachen, Fernseher anmachen, Playstation anmachen, Netflix anmachen, Essen machen, ab und zu „klein“ und „groรŸ“ machen (jetzt wisst ihr es ganz genau!), mich abends ins Bett und abschlieรŸend die Augen zumachen und vorher natรผrlich alles wieder ausmachen, was ich oben angemacht habe. Das war mein Dienstag.

MITTWOCH, 04.03.2020: PEt/CT Nach zyklus 2, Hamsterkรคufe und hausarbeit

รœberall hรถrt und liest man jetzt, dass sich die Leute bevorraten und mit Hamsterkรคufen eindecken. Ich glaub, von dieser Panik habe ich mich anstecken lassen, befรผrchte aber, da etwas nicht ganz richtig gemacht zu haben?! Aber SpaรŸ beiseite… was soll das? Da geht eine mittelmรครŸig schwere Krankheit um, die im Gefahrenpotential deutlich unter jeder Influenzawelle liegt und trotzdem decken sich gesunde Menschen mit (nutzlosen) Mundschutzmasken, kaufen Desinfektionsmittel als wollten sie drin baden und stapeln Konserven im Keller, als gรคbe es kein morgen mehr. Was soll in diesem Land nur geschehen, wenn etwas wirklich schlimmes passiert. Ich bin ja echt froh, dass es hier im PEt/CT-Zentrum noch Desinfektionsmittel gibt. Mittlerweile ist die Angst der Bevรถlkerung ja so groรŸ, dass sie schon Desi aus Kliniken mitgehen lassen. Ich bin ehrlich gesagt ausnahmsweise mal sprachlos – und das kommt nicht so oft vor…


๐ŸŒฌ EINMAL IN DEN WINDKANAL ๐Ÿ’จ
Heute war es dann auch noch soweit. Das Zwischen-CT nach den ersten zwei Chemotherapie-Zyklen stand an, bevor es morgen just in time in Zyklus III รผbergeht. Um 9:15 sollte ich im PET/CT Zentrum in Altona erscheinen. Nรผchtern aber mit mind. 1 L stillem Wasser in meinem Bรคuchlein. Kein Problem. Nach einem kurzen Gesprรคch mit dem Facharzt ging es anschlieรŸend erst zum Blut abnehmen, dann gab es die Wolframummantelte Spritze mit dem radioaktiven Powerjuice, den sonst nur Steve Rogers und Bruce Banner bekommen. Eine Stunde spรคter liege ich in der Rรถhre. Der Arzt sagt, sie werden an die 1.500 Bilder von mir schieรŸen. Zum Glรผck hab ich ein frisches T-Shirt, saubere Unterwรคsche und Socken an. ๐Ÿ˜ Nach knapp einer Stunde ist der Spuk vorbei. Der Radiologe kommt zu mir und sagt, die ersten Bilder habe er gesichtet. Es sรคhe soweit gut aus. Es sei auf den ersten Bildern kein Lymphommaterial mehr sichtbar. Das alles sei aber noch unter Vorbehalt, er mรผsse erst in Ruhe die anderen Bilder akribisch auswerten. Aber als Ersteinschรคtzung macht das Mut! So kann ich morgen mit frischem Elan und altbekannten Bumms in den Zyklus III starten. War das doch in den ersten zwei Zyklen meine Befรผrchtung. Da bei mir die hรคufigsten Nebenwirkungen ja zum Glรผck grรถรŸtenteils ausblieben, habe ich mich schon das ein oder andere mal gefragt, ob die Chemo denn bei mir รผberhaupt anschlagen und wirken wรผrde. SchlieรŸlich hat man bei Krebs keine Fortschrittsindikatoren wie beispielsweise bei einer Grippe, wo dann irgendwann der Husten abklingt und das Fieber sinkt. Krebs ist da einfach anders – nicht greifbar.

Nach der Untersuchung fahre ich wieder nach Hause, koche mir was zu essen und verbringen den Rest des Tages bis 19:30 Uhr mit Hausarbeit (Spรผlmaschine einrรคumen, Wรคsche waschen und aufhรคngen, Sachen fรผr die Klinik packen). Um 19:30 kommt mein Nachbar Mathias hoch und wir zocken noch eine Runde FIFA20. Ich muss zugeben, wir sind beide sehr konsequent, was ein deutliches Defizit bei den Heimspielen angeht. Spielen wir bei mir verliere meist ich. Spielen wir bei Mathias verliert meist er. Wollten wir ein homogenes ausgeglichenes Spiel haben, mรผssten wir uns wahrscheinlich im Flur oder Keller treffen.

Das war mein Mittwoch.

* keine Angst: ich habe mich nicht mit Fahrwerken, Bremsscheiben und Smoothies eingedeckt. Das sind alles Bilder aus meinem vergangenen Berufsleben. Meine erste Arbeitsstation in Hamburg war bei inmocent Drinks. Spรคter war ich dann fรผr Pedders Suspension im Einsatz und hab da ein paar Bilder im Lager gemacht.

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 01.03.2020: Naschen, tratschen und Abschiedsschmerz

Der Mรคrz ist da. Schon irgendwie verrรผckt, wie unterschiedlich die Zeit zu vergehen scheint. Der Januar hatte gefรผhlt 85 Tage und der Februar trotz Schalttag dafรผr nur 5 und jetzt haben wir schon den 01.03. Wir haben den Sonntag nochmal fรผr gemรผtliches Beisammensein genutzt. Nach einem gemรผtlichen Frรผhstรผck und Mittagessen war noch einmal Kuschelzeit angesagt. Selbst meine SรผรŸe, die sonst eine vehemente Abneigung gegen Mittagsruhe zu haben scheint, hat sich dazu durchgerungen und wir haben eine ganze Weile einfach nur im Bett gelegen und gekuschelt.

Nachmittags ging es dann noch zu Alexโ€˜ zweitem Cousin, wo wir uns dann alle nochmal bei Eis, Waffeln, Windbeuteln und allerlei Kaffee- und Kakaospezialitรคten (hat ja auch Vorteile einen Gastronomen in der Familie zu haben) geklรถnt haben und die Kids zusammengebracht haben.

Danach ging es รผber die traditionsreiche iBerg-Rennstrecke zurรผck zu Alexโ€˜ Eltern, wo dann auch schon meine Eltern warteten, die mich mitnehmen. Mit einem passenden Auto, also keinem wenig dynamischen VW Bus, der einen Schwerpunkt wie ein Elefant auf Stelzen besitzt, macht die Strecke bestimmt auch ordentlich SpaรŸ. ๐Ÿ˜

Die Mรคdels fahren ja morgen in den Urlaub, wo ich leider nicht dran teilnehmen kann, weil ich ja dann Mittwoch erst ins CT gehe und dann Donnerstag in den dritten Zyklus starte. Da war es fรผr mich etwas hart und der Trennungsschmerz sehr groรŸ. Aber wir wissen ja alle, wofรผr wir es tun und hoffen, dass die CT-Ergebnisse gut sind und wir vielleicht mit 4 Zyklen Chemo auskommen.

Es gilt also abzuwarten.

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 29.02.2020: Bowling, Billard, Blogger, Bratwurst und Blockbuster

Schaltjahr! Das bedeutet, dass wir den heutigen 29.02. als gratis Upgrade fรผr das Jahr 2020 obendrauf bekommen.
Im โ€žnormalenโ€œ Leben ist der 29. Februar ja eher verpรถnt. Ist es doch nur ein weiterer lรคstiger Arbeitstag oder der Monat dauert halt einen Tag lรคnger bis frisches Geld auf dem Konto landet.
Fรผr mich ist der 29.02. mittlerweile mit einer anderen Bedeutung belegt, denn der Schalttag ist weltweit der โ€žTag der seltenen Erkrankungenโ€œ. Mit meinem neuen Kumpel โ€žHodgkinโ€œ habe ich genau so eine seltene Erkrankung angestaubt. An meiner Krebsart, dem Hodgkin-Lymphom, erkranken in Deutschland pro Jahr etwas mehr als 1.900 Menschen. Ein verschwindend geringer Anteil (rd. 0,4 %), wenn man sich die Gesamtzahl aller Krebserkrankungen in good olโ€™ Germany pro Jahr ansieht: rd. 492.000 Fรคlle.
Fรผr mich ist es also von gewisser Wichtigkeit, diesen Tag in den Fokus zu rรผcken.
Hast du vorher bereits vom ‚Tag der seltenen Erkrankungen‘ gehรถrt?
Ich wรผnsche mir und allen anderen, die sich derzeit mit einer seltenen Erkrankung auseinandersetzen mรผssen, viel Kraft und alles Gute! Keep Fighting!

29.02.2020: Tag der seltenen Erkrankungen.

Ansonsten sind wir dieses Wochenende aus Hamburg โ€žgeflรผchtetโ€œ und verbringen das Wochenende bei Alex‘ Eltern. Um uns etwas abzulenken und den Kids etwas โ€žAuslaufโ€œ zu geben, sind wir ins Bowlingcenter gefahren. Dort haben wir uns mit Alex‘ Cousin, seiner Frau und deren beider Kinder getroffen. Die Kids haben dann eine eigene Bahn bekommen und die Erwachsenen auch. So konnten wir in Ruhe spielen. Rein kรถrperlich kam ich auch gut zurecht. Nur punktemรครŸig hat es fรผr mich leider nur zu Platz 4 von 4 gereicht. Wรคre ich Pessimist, wรผrde ich sagen: โ€žLetzter Platzโ€œ. Da ich aber keiner bin, sage ich: โ€žHat immerhin zu einer Top4-Platzierung gereichtโ€œ. Und gegen meine @alex4nti als ehemalige Amateursportlerin muss man sich eh beim ๐ŸŽณ warm anziehen. Danach habe ich mit Stefan noch ein paar Runden Billard gespielt. Normalerweise ein Spiel, bei dem ich recht gut bin. Aber meine Nebenwirkungen sind leider Zittern und SchweiรŸausbrรผche. Mit Zittern ist beim Billard ja kein Blumentopf zu gewinnen. Aber was zรคhlt ist das Erlebnis, nicht das Ergebnis. Nice little fact: in dem Bowlingcenter hatten @alex4nti und ich vor knapp 14 Jahren unser erstes โ€žrichtiges Dateโ€œ โค๏ธ. An meine Krebskรคmpfer-Mitleser: Was tut ihr, um euch zwischen den Chemos abzulenken?

Den Abend lieรŸen wir dann bei lecker gegrillter frischer Brstwurst und dem Blockbuster โ€žDie Eiskรถniginโ€œ ausklingen.

Meine SรผรŸe aka โ€žStrike Machineโ€œ.

AbschlieรŸend gibt es aber auch noch eine tolle Neuigkeit. Seit gestern bin ich offizielles Mitglied der Organisation โ€žCancer Unitesโ€œ, die Krebsblogger untereinander vernetzen. Getreu dem Motto von Cancer unites:

โ€žFinde Gleichgesinnte und Gleichbetroffene. Instagrammer, Blogger
und hilfreiche Organisationen mit denen Du Dich vernetzen kannst.
Passend zu Deinem Krebs. Denn Du bist nicht allein!โ€œ

Besuch doch mal http://www.cancerunites.de!

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 28.02.2020: Blutwerte, Bike und Bus fahren.

Das Fieber bei unserer Lรผtten ist heute morgen weg. Auch Alex hat nur noch Husten. Dieser Kreuzzug gegen mein Immunsystem ist glรผcklicherweise spurlos an mir vorbeigegangen.

Nach dem Frรผhstรผck ordne ich meine ganzen Unterlagen. Da kommt echt einiges zusammen:

  • Bilder, CDs, Befunde von den Radiologen
  • Unzรคhlige Aufklรคrungsbรถgen zu den OPs (Portanlage, Lymphknotenentnahme) und dazugehรถrige Berichte
  • Dokumentation und Medikationsplan fรผr die Chemo nach BEACOPPesk Schema
  • รœberweisungen, Einweisungen und Rezepte
  • Arztbriefe
  • Arbeitsunfรคhigkeits- und Liegebescheinigungen
  • Portpass
  • Belege, Rechnungen und Quittungen
  • Sonstiges

Da ist so ein A4-Ordner schnell voll. Danach mache ich mich mal wieder auf den Weg in die Klinik. Blutwerte kontrollieren ist angesagt. Ich schwinge mich also wieder mal aufs Rad und bestreite die 5 km aus meinen eigenen schwachen verbleibenden Kรถrperkrรคften. Gefรผhlt erreiche ich das Tempo einer Schnecke auf Valium. Mein Konditionslevel liegt bei -1.000. Mein Transpirationslevel dagegen bei +1.000. Selbst wenn ich zuhause in Ruhe auf der Couch sitze, bilden sich schon deutliche und viele SchweiรŸperlen auf der Stirn. Eine der, zum Glรผck, recht wenigen Nebenwirkungen, die ich habe. Eine andere ist das Zittern – und permanent weiche Knie.

Die Zittrigkeit kommt immer mal wieder schubweise vorbei. Alles in allem lรคsst es sich aber aushalten, solange ich nicht versuche Garn durch ein Nadelรถhr zu friemeln.

In der Klinik angekommen, wird erstmal wieder Blut abgezapft. Heute steht eine etwas grรถรŸere Analyse an, dass die PEt/CT-Praxis am Mittwoch auch die aktuellen TSH- und Kreatinwerte braucht. Meine Blutwerte sind gut. Bisschen hoher Anteil an Neutrophilen (Abwehrzellen, die eindringende Mikroorganismen abtรถten), mit knapp 76 %, aber das ist dem Cortisonkonsum geschuldet. Alles in allem Werte, die fรผr meine aktuelle Situation normal sind.

Als ich zurรผck zu meinem Rad komme, finde ich das Autogramm eines Flugtieres an meinem Rad. Ich nehme an, es war ein Flugsaurier, der mir da auf den Sattel und ans Sattelrohr gemacht hat. Zum Glรผck hat sich das Gelรคnder, an das ich mein Rad geschlossen habe, im Moment der Schussabgabe noch in die Flugbahn geworfen und somit einen GroรŸteil des Fรคkalprojektils abgefangen. Welch selbstlose Heldentat!

Trotzdem musste ich mich fragen: โ€žWie kriege ich den Mist, bzw. Vogeldreck denn jetzt da weg. Taschentรผcher habe ich eigentlich nie dabei. Aber zum Glรผck Mundschutzmasken. Mit einer habe ich dann auch ganz gut Erfolg gehabt.

Wieder daheim gab es ein schnelles Mittagessen, danach wurde ich eins mit der Couch. Und wenn ich sage, ich wurde eins mit der Couch, dann meine ich das auch. Durch das viele Cortison hat mein Kรถrper anscheinend gut Wasser eingelagert, so dass ich das Tarnmuster des Sofas annahm.

Am Abend wollen wir dann in Richtung alter Heimat aufbrechen. Einfach mal wieder kurz raus.

(B)LOGBUCHEINTRAG VOM 27.02.2020: Familienzeit, Fieber und selbstgemachte Biggie Burger.

Ihr habt es womรถglich gemerkt: gestern gab es keinen ausfรผhrlichen (B)LOGBUCHEINTRAG. Das liegt einfach daran, dass ich momentan zwischen Zyklus II und Zyklus III, der nรคchsten Donnerstag beginnt, so viel Zeit wie mรถglich mit meinen Mรคdels verbringen mรถchte. Leider gestaltet sich das momentan aber auch schwierig, da meine groรŸe Tochter seit Dienstag ordentlich fiebert. Ich sehe es fรผr mich als Herausforderung fรผr mein frisches Blut und Immunsystem, habe aber die mentale Einstellung, dass ich diesen Infekt jetzt nicht auch noch einsammeln werde!

Dieses Mal hat unsere groรŸe kleine Motte mal das Fieber abgestaubt. Bei mir zum Glรผck keine Symptome.

Da das Fieber trotz Nurofen nur wenig zurรผckgeht, sitzen wir heute morgen um Punkt 8:00 Uhr beim Kinderarzt. Gestern haben wir gemeinsam gekuschelt und ferngesehen. Mehr gibt es zum 26.02.2020 eigentlich nicht zu berichten.

Die nรคchsten Tage sind dann mit kleineren Terminen gespickt und am Wochenende wollen wir dann zu den Eltern meiner Freundin, da sie ja mit meinen Mรคdels dann nรคchste Woche ja in den Urlaub aufbrechen. Leider ohne mich. Fรผr mich ist ja nรคchste Woche stattdessen das PEt/CT am Mittwoch und der 3. Zyklus ab Donnerstag vorgesehen.

Morgen gehtโ€™s es am spรคten Vormittag fรผr mich noch mal in die Klinik zum Blut abgeben und Blutwerte ermitteln.

Zum Abendessen mache ich selbstgemachte Biggie Burger. So ganz kommt man ja nicht los davon. Aber ich denke, dass man die Qualitรคt doch schon sehr beeinflusst, wenn man es selbst macht, als wenn man zum schottischen Restaurant mit dem goldenen M fรคhrt.

Frisch gemacht, mit frischen Zutaten. Unsere hausgemachten Biggies.

Ansonsten wird heute wohl nicht mehr viel passieren. Wir werden wohl kuschelig beisammen sein und zusehen, dass unsere kranken Mรคdels bald wieder fit sind.

Anti-Krebs-Frรผhstรผck: die Kraft der Beeren, das Gute aus Honig und Joghurt und die Power von Nรผssen und Samen.

Heute gab es mal wieder was sehr leckeres und zugleich aber auch sehr gutes fรผr den Kรถrper.

Frรผher war Frรผhstรผck fรผr mich eher zweitrangig. Ich habe zwar phasenweise immer mal wieder versucht mich ausgewogen zu ernรคhren, oftmals kommt dann aber doch der innere Schweinehund zu groรŸ und man greift halt doch eher zu was Fertigem. Hier eine Milchschnitte, da ein Riegel.

Seit ich aber nun die Diagnose Lymphknotenkrebs aka Morbus Hodgkin aka Hodgkin-Lymphom bekommen habe, habe ich mich auch immer wieder gefragt, woher es wohl kommen mag. Viele Theorien schossen mir durchs Hirn. Glyphosat? Nee, viele Felder gibt es hier nicht. Hohe Verkehrsdichte? Abgase? Andere Umweltgifte? Kann sein. Hamburg ist ja jetzt kein Dorf. Dennoch mit eine der grรผnsten Stรคdte Deutschlands.

Am Ende weiรŸ man es nie genau. Die beste Stellschraube, die man selbst beeinflussen kann, ist dann einfach die Ernรคhrung und der Lifestyle. Ich bin Bรผrohengst, sitze oftmals 10 bis 12 Stunden. Das zusammen mit suboptimaler Ernรคhrung erscheint mir am wahrscheinlichsten. Denn sind wir mal ehrlich: was kaufen wir ein? Das meiste ist in Kunststoff oder Aluminiumdosen verpackt. Und wenn ich mich an den Physikunterricht zurรผckerinnere, meine ich mich zu entsinnen, dass sich Sรคuren (in Getrรคnken) und Metalle auf Dauer eben nicht so gut vertragen.

Dass es beim Frรผhstรผck aber dennoch schnell, gesund und lecker sein kann, zeige ich euch in diesem Beitrag.

Ich habe heute meinen ersten Tag daheim nach meinem zweiten Chemozyklus. Das Frรผhstรผck in der Klinik besteht meist aus Brรถtchen, Butter, Aufschnitt, Marmelade, Joghurt und Tee. Nach 12 bis 14 Tagen Aufenthalt kommt einem das dann auch irgendwann zu den Ohren raus.

Somit verlangt mein Kรถrper dann zuhause nach einer Alternative. Die soll er bekommen:

Fรผr mein sogenanntes โ€žAnti-Krebs-Frรผhstรผckโ€œ oder auch „Healthy-Champions-Frรผhstรผck“ mische ich Naturjoghurt*, Cashewkerne, getrocknete Cranberries mit Haselnusskernen, Mandeln, Walnusskernen, Sonnenblumen-, Kรผrbis- und Pinienkernen. Obenauf kommen frische Frรผchte. Beeren werden super Eigenschaften zur Vorbeugung vieler Krebsarten zugesprochen. Bei mir stehen Heidelbeeren, Himbeeren und Erdbeeren hoch im Kurs. Das i-Tรผpfelchen bietet eine Mischung aus Honig, den ich in einer Espressotasse mit etwas heiรŸem Wasser auflรถse. Von der Wassermenge gerade so viel, dass sich eine mittlere zรคhflรผssige Lรถsung bildet. Dieses trรคufele ich dann รผber den Frรผhstรผcksmix und genieรŸe ihn ausgiebig. Das ganze kann auch mit Haferflocken oder Mรผslis kombiniert werden.

Die Eigenschaften der Zutaten im Detail:

Joghurt:

Der Joghurt bildet die Grundlage dieses Powerfrรผhstรผcks. Durch den relativ hohen Eiweissgehalt ist er gut fรผr den Erhalt der Muskulatur, was besonders in Zeiten der kรถrperlichen Inaktivitรคt (bei mir speziell wรคhrend der Krankenhausaufenthalte) wichtig ist. Ich merke es bei mir immer am eigenen Leib. Zu Beginn jedes Chemozyklusses mรผssen die Schwestern die „groรŸe“ Blutdruckmanschette nehmen, da ich doch recht krรคftige Arme habe. Im Laufe der Therapie schrumpfen diese aber dann doch ziemlich und gegen Ende des Zyklusses reicht dann meist die „normale“ Manschette.

Aber auch รผber die Lieferung von Protein unterstรผtzt der Joghurt bei folgenden Kรถrperfunktionen:

  • Bildung von Muskeln und Knochen
  • Transport von Fett und Sauerstoff
  • Aufnahme von Eisen (besonders wichtig, da Eisen essentiell fรผr die Blutbildung ist. Wรคhrend jedes Chemozyklusses sterben extrem viele Blutkรถrperchen und Blutplรคttchen, die neu gebildet werden mรผssen)
  • Abwehr von Krankheitserregern
  • Reparatur defekter Zellen (gerade bei Chemotherapien soll das ziemlich hรคufig vorkommen. ;))
  • Gesundheit von Nรคgeln und Haaren
  • Herstellung von Bindegewebe und Knorpeln
Nรผsse, Samen und Kerne:

Nach dem Joghurt kommen die Kerne, Nรผsse und Samen zum Einsatz. Ich wรคhle Cashewkerne, Haselnรผsse, Walnรผsse, Sonnenblumen-, Kรผrbis- und Pinienkerne. Oftmals gibt es diese Kombination auch schon fertig gemischt in jedem Supermarkt oder beim Discounter. Steht meist nicht weit weg von den Obst- und Gemรผsestรคnden.

All diese Samen, Nรผsse und Kerne sind hauptsรคchlich wegen ihrer guten Fette in meinem Healthy-Champions-Frรผhstรผck. Das Thema Fettsรคuren ist ein sehr kontroverses Thema und man kann darรผber ganze eigene Beitrรคge verfassen. Mache ich spรคter bestimmt auch noch mal. Fรผr den Moment reicht es aber, wenn du weiรŸt, dass die Nรผsse sehr viele Omega3- und Omega9-Fettsรคuren. Das sind die sogenannten „guten Fettsรคuren“. Nicht verwechseln mit Omega6-Fettsรคuren in Pflanzenรถlen. Omega6-Sรคuren sind eher krebs- und entzรผndungsfรถrdernd. Omega3-Sรคuren hemmen Entzรผndungen und viele Krebsarten. Omega3-Sรคuren sorgen fรผr die Sicherstellung wichtiger Kรถrperfunktionen, hauptsรคchlich bei den Gehirnfunktionen.

Omega3- und Omega9-Fettsรคuren unterstรผtzen den Kรถrper bei diesen Funktionen:

  • Schutz vor Herz- und GefรครŸkrankheiten und Krebs
  • Verbesserung der รœbertragung der neuronalen Erreger im Gehirn
  • Gehirn- und Zellentwicklung wรคhrend einer Schwangerschaft
  • Anregung der Herztรคtigkeit und somit Verringerung des Risikos fรผr Herzrhythmusstรถrungen und/oder Embolien
  • Omega3-Sรคuren sind entzรผndungshemmend
Die Beeren:

Die Beeren im Healthy-Champions-Frรผhstรผck sorgen fรผr die nรถtige SรผรŸe. Ich hatte schon immer einen sรผรŸen Zahn. Aber nicht nur geschmacklich haben Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren und Cranbeery einiges zu bieten, in ihnen stecken auch noch jede Menge andere Powerstoffe:

Die Himbeere und Erdbeere verfรผgen รผber einen hohen Gehalt von Ellagsรคure, einem hochwirksamen krebshemmenden Inhaltsstoff. Die Heidelbeere unterstรผtzt den Kreislauf des Kรถrpers und sorgt durch ihre Inhaltsstoffe Anthocyanide dafรผr, dass das Wachstum von Tumoren verlangsamt werden kann.

Die Cranberry, die mit der Heidel- und der Blaubeere verwandt ist, auch wenn man es ihr auf den ersten Blick nicht ansieht, hat mannigfaltige positive Eigenschaften:

  • Unterstรผtzung der Nieren- und Harnwegsfunktionen
  • krebshemmende Wirkung durch Ellagsรคure, Anthocyanide und Proanthocyanide
  • Unterstรผtzung beim Schutz der Kรถrperzellen.
Honig:

Ganz zuoberst meines Healthy-Champions-Frรผhstรผck trรคufele ich eine Lรถsung aus Wasser und Honig*. Dazu nehme ich zwei Teelรถffel oder einen Esslรถffel Honig, fรผlle ihn in eine Espressotasse und รผbergieรŸe das ganze mit heiรŸem Wasser. Dann schaffe ich durch Verrรผhren eine zรคhflรผssige Lรถsung. Bei der Konsistenz kannst du frei experimentieren, ob du es gern zรคher oder flรผssiger magst. Den Honig nehme ich aus folgenden Aspekte mit ins Frรผhstรผck auf:

  • Durch die in Honig enthaltenen Inhibinen sorgen fรผr eine entzรผndungshemmende Wirkung.
  • Antioxidantien kรถnnen das Risiko fรผr Herzinfarkte und Schlaganfรคlle reduzieren und sich positiv auf die Sehkraft auswirken.
  • Honig kann zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen
  • Honig stรคrkt das Immunsystem und hilft bei Husten.

Kombinierst du das Healthy-Champions-Frรผhstรผck dann noch mit ballaststoffreichen Haferflocken, hast du nicht nur ein gesundes sondern vor allem auch eine lange sรคttigende Mahlzeit und kommst problemlos bis zum Mittag – ohne das Risiko zum Schokoriegel greifen zu mรผssen!

*Bei der Auswahl des geeigneten Honigs empfehle ich Deutschen Imkerhonig oder einen Honig von einem lokalen Imker. Industriehonige sind zwar meistens 1-2 Euro pro Glas gรผnstiger, werden aber oft mit Honigen aus anderen Lรคndern gestreckt. Nicht selten stecken dann auch Honige aus fragwรผrdigen Herkunftslรคndern wie China in den Fertigerzeugnissen.

Sternekoch Nelson Mรผller hat fรผr das ZDF einmal eine sehr interessante Reportage gemacht. Ich werde den Link hierunter mal posten. Die 8 Minuten sollte man sich einmal nehmen. Ich denke, die 1-2 Euro fรผr einen guten Honig kann man dann ruhigen Gewissens investieren.

Link zum Youtube-Video von Nelson Mรผller fรผr ZDFzeit: https://www.youtube.com/watch?v=7yqkNyosApY